Entwicklung einer Strategie zur Steigerung der Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Daten des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass insbesondere nach der Geburt zugewanderte Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund Impfdefizite aufweisen.
Mit dem Forschungsprojekt "Entwicklung einer Strategie zur Steigerung der Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund" sollten die Barrieren und Ressourcen identifiziert werden, die das Inanspruchnahmeverhalten von Impfungen in der Zielgruppe beeinflussen. Zudem sollten geeignete Kommunikationsstrategien zum Thema Impfen aufgezeigt werden und Zugangswege und Materialien zur Zielgruppe Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund entwickelt werden.
Die Ergebnisse des Projektes zeigen, dass der größte Handlungsbedarf hinsichtlich der Verbesserung der Impfquoten in der Altersgruppe der Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund sowie in der zahlenmäßig kleinen Gruppe der neu zugewanderten Kinder und Jugendlichen besteht. Hauptbarrieren für höhere Impfquoten bei Jugendlichen sind die nachlassende Einbindung in das ärztliche Versorgungssystem, die geringe Inanspruchnahme der Jugendgesundheitsuntersuchung J1 und ein fehlendes Bewusstsein für die Relevanz von Auffrischimpfungen im Jugendalter. Spezifische migrationsbedingte Barrieren können u.a. Sprachdefizite in der Elterngeneration sowie bei neu Zugewanderten sein. Migrationsbedingte Barrieren scheinen als alleinige Erklärung für bestehende Impfdefizite jedoch nicht ausschlaggebend zu sein. Ressourcen zeigten sich in einer hohen allgemeinen Wertschätzung von Schutzimpfungen in Familien mit Migrationshintergrund.